Sonntag, 22. Juni 2008

Events

Ich habe bemerkt das ich zu faul zum Bloggen werde. Naja, ich werde mich jetzt wohl nur kurz fassen ;)
Ich war am Wochenende aufm Handballturnier meines Teams. Um fit zu sein habe ich extra das Em Viertelfinale gegen die Portugiesen sausen lassen um fit für die Spiele zu sein. Angekommen habe ich erstmal erfahren, das das Ganze im KO-System abläuft und das meine Mannschaft wohl in der ersten Liga spielt (!!!). Die Halle war für 2500-3000 Zuschauer ausgelegt, insegesamt waren es aber wohl nur 20. Naja mir wurde erzählt dass ich das zweite Spiel mit einer Kamera aufnehmen sollte. Da dachte ich mir: Nun gut, bist ja neu und hast Probleme dich mit Ihnen auf Japanisch abzustimmen (Abwehr), klar lassen die dich nur gegen die Pumpen ausm ersten Spiel ran. Also warm gemacht und Torwart eingeworfen. Danach mussten wir das Spielfeld nochmal räumen um das vorherige Spiel zu ermöglichen. Also noch mal kurz auf die Tribüne (die Spiele gingen ja 2 x 25Min), dann fragte ich wo ich denn mein Trikot herbekomme. Darauf der Captain ganz selbstverständlich: Das Trikot is nur für Leute die auch auf der Auswechselbank sitzen, mein Platz sei die Tribüne.



Toll.


Ich bin sehr früh aufgestanden, damit ich meiner Mannschaft zugucken kann (hätte ich ja machen können, aber dann hätte ich auch 2 Stunden später fahren können). Das zweite Spiel ging dann aber verloren, was mir einen Turniertag zuschauen aber dann ersparte, ich muss zugeben etwas Schadenfreude dabei gespürt zu haben.


Heute war ich am Super Sonntag (wie er später in die Geschichte eingehen sollte) erst mit Phillip einkaufen, dann mit meiner Conversationpartnerin und Phil im Maidcafe, danach wieder mit Phil aufm Konzert. Der Knallertag. Zumal er auch damit anfing in dem ich das Internet konsultierte und gleich nach dem Aufstehen von Hollands ausscheiden erfuhr.
Zum Cafe: Fotos waren verboten, aber das muss man eh erlebt haben: Frauen in Dienstmädchenuniform, die einem Cafe auf den Knien servieren und einen wie den Meister behandeln. Dazu ein pinker Raum, als ob man in einem Märchen gefangen wäre: antike Uhren, Glöckchen zum Herbeirufen der Bedienung, eine Toilette die das eigentlich GEschäft zur Nebensache werden ließ und eine ständige Anwesenheit von einschläfernder Glöckchen-Musik. Wir drei hatten unseren Spaß. Den meisten wahrscheinlich die gute Kana ( meine CP), die über beide Ohren grinste, als die Bedienung sie mit sehr vornehmen Anreden bombardierte. Ich hatte einen Eiscafe und eine Cinderella-Torte (so hieß sie wirklich). Wohl eine der besten Torten, die ich je gegessen habe, da sie zu dem arg süßen Geschmack auch noch liebevoll dekoriert waren, so dass man Hemmungen hatte sie zu kosten. Danach halt Konzert, was dann den letzten Schliff für einen perfekten Tag sicherte.

Daniel

PS Da zu faul zu schreiben, Fragen bitte in die Kommis oder ICQ, dann kann ich antworten;)

Samstag, 14. Juni 2008

Erdbeben

Da einige schon angefragt haben wie es mir geht und wie es war - hier eine offizielle Stellungnahme meinerseits ;) Es geht mir gut, ich bin unverletzt und kenne auch niemanden der sich verletzt hat.
Folgendes ist passiert: heute Morgen um ca. 8:45 gab es nordwestlich von Sendai ein Erbeben mit einer Stärke von 7,2. Beim Epizentrumwar die zweithöchte Stufe des japanischen Maßsystems erreicht worden (große 6). In Sendai war es zum Glück nicht mehr ganz so stark, bei meinem Wohnheim beispielsweise war es 'nur' noch ne kleine 5 (immer noch seeehr unangenehm.
An diesem Samtagmorgen war ich aber zum Trainieren mit den Handballern in die Turnhalle in die Stadt gefahren. Die Turnhalle, ist sehr spartanisch, eigentlich nur nen paar Träger mit nem Dach, viele Lampen und ekligen und kleinen Waschräumen, die dann auch konsequenterweise nicht genutzt werden. Am Spielfeldrand haben wir dann gesessen, umgezogen, getaped und gewartet das es 9h wird um mit dem Training zu beginnen.
Dann beginnt es in der Halle laut zu werden, als ob draußen ein schneller Zug vorbeisaust, es wackelt ein wenig, man realisiert ein kleines Erdbeben. Auch die Japaner (zu dem Zeitpunkt ca.8) stoppen ihre Gespräche und achten auf die Halle. Nach 5 Sekunden seichten gewackele, Folgen auf einmal heftige Stöße und Dinge fallen von der Decke. Dies schien das Zeichen für die Japaner zu sein zu evakuieren. Mir wurde gestikuliert, dass ich doch das selbe tun sollte (alles innerhalb von Millisekunden). Das war aber auch eigentlich nicht nötig, denn ich habe selber gesehen dass sie evakuieren und dass die Halle sich bedrohlich bewegt/ bzw Dinge von der Decke kommen.
Im Flur haben wir dann ausgeharrt, wobei die Japaner, die stärke des Erbebens bewunderten und dies mit lauten Ausrufen kund taten. Nach dem Beben haben wir die 'Dinge analysiert', es handelte sich hauptsächlich um Federbälle, die sich auf den Trägern über die Zeit angesammelt hatten. Allerdings war auch ein Abdeckgittter (massiv!) dabei das durch den Fall stark verformt war, auf einem Kopf hätte das sicher böse enden können. Naja, nach Hallenputz und Benachrichtigungen via email an Freunde und Familie (das geht ja vom Handy)wurde das Training gestartet. (Mit neuer Managerin, die mir auch mal ein Turnier nächstes WE in Aussicht stellte).

Den Rest des Tages hab ich in der Innenstadt verbracht. Wir (Philipp und ich) wollten in so ein bestimmtes Cafe mit meiner Conversation Partnerin (Tandem), da diese aber Pendlerin ist und die Züge gestoppt wurden, fiel das ins Wasser, worauf wir einfach nur umherirrten und die Folgen des schönen Wetters (:D) genossen.
Nachdem meine Handballer das ganze Erbeben sehr routiniert und mit Blödsinn Machen aufgenommen haben konnte ich es somit erfolgreich den Tag über verdrängen. Jetzt am Abend werde ich wieder etwas nervöser, alleine im Zimmer mit den Nachbeben (es gab sehr viele heute, das letzte vor ner halben Stunde). Naja, ich hoff einfach mal das Beste.

Tschö

Donnerstag, 12. Juni 2008

Lifestyle of the rich (and famous)

So ich schulde euch immer noch den Bericht vom Wochenende, bin in der Woche selbst aufgrund von Handballtraining und dem Start der EM nicht dazu gekommen was zu schreiben. Vor allem letzte bringt hier meinen Rhythmus ganz durcheinander, so musste ich am Montag für das Polenspiel bereits um 3:30h aufstehen.
musste dann am Samstag Morgen zum Campus in der Stadt um abgeholt zu werden. Dort habe ich dann auch meine Gastfamile getroffen, sowie die beiden Taiwanerinnen, die ebenfalls diesem Haushalt zugeteilt worden waren. Nunja ich hatte zuvor gehört das die Gastgeber-Familien oft reiche Leute sind, die das auch gerne zeigen. Genau so ist es auch gekommen. Ich erfuhr, dass mein Gastvater (Großvater) den ältesten Blumenladen in Zentral-Sendai besitzt und er diesen bereits in der 3.Generation betreibt. Wir sind dann erstmal zu seinem Shop und haben dabei auch gleich noch die Nachbarin und Bekannte vom Kimono-Geschäft mitbesucht. Dann ging esNaja aber nun zum Wochenende: Ich hatte nachgeforscht und am letzten Dienstag festgestellt, dass ich für ein Homestay-Programm (für Samstag und Sonntag) ausgewählt worden war. Ich weiter zum Mittagessen: ein Restaurant mit Blick auf den Pazifik. Das Essen, eine riesige Portion Soba-Nudeln (die Dinger sind einfach nur gut), natürlich hat der Gastvater die Rechnung übernommen. Weiter ging es dann zu seinem Haus. Ich hatte vorher schon Gespräche mit anderen Studenten über das Aussehen von Häusern reicher Japaner geführt. Das Haus meines Gastvaters erfüllte alle Klischees, bis auf den Benz vor der Tür. Das Haus selbst stand auf einer imposanten 5m Klippe, anderen Fuß die Wellen des Pazifiks schlugen. Man konnte wenn man wollte (und nicht ganz bei Sinnen gewesen wäre) also direkt vom Garten in den Pazifik hopsen. Erfahrenere Leute hätten wohl den kleinen Privatstrand 20m weiter benutzt, der durch zwei kleine vorgelagerte Inselchen schön geschützt lag. Auch von innen machte das Haus einen exklusiven Eindruck: Da mein Gastvater sehr musikalisch ist, hatte er ein Set Trommeln, einen Flügel und eine riesige Karaokemaschine im Zimmer stehen, welche eine Kapazität von über 100.000 Liedern hatte. Nun ja, mein Zimmer war im 2.Stock, natürlich Meerblick.
Am Nachmittag machten wir einen kleinen Trip nach Matsushima, als wir zurück kamen wurde von der Frau des Sohnes meines Gastvaters ein bombastisches Abendessen aufgefahren, mit leckeren und weniger leckeren Sachen. Sogar Würstchen mir Sauerkraut. Abends mussten wir dann noch Karaoke singen, ich habe mich mit ‘Knockin’ on heavens Door’ und ‘Weißt du wieviel Sternlein stehen?’ in die Herzen meiner Zuhörer singen können. Danach war noch Duschen mit anschließendem Bad. Eine schöne Hightechdusche und danach ein heißes Bad - natürlich Whirlpool.
Am nächsten Morgen wurde das ruhige Frühstück gestört: Einige Bekannte kamen laut schreiend in das Haus, von allen Seiten und begannen das Mittagessen vorzubereiten (BBQ). Nach diesem ebenfalls doch sehr leckerem Essen gab es für die Gäste noch eine kleine Teezeremonie und eine Bekannte spielte noch etwas Klavier, sie konnte alle Ghibli-Soundtracks aus dem Stehgreif, sehr nett. Gegen Abend wurden wir wieder nach Hause gefahren.

Donnerstag, 5. Juni 2008

Tabemono - Gedanken über Essen ★ Nomimono - Gedanken über Getränke

Nun widme ich einen Eintrag mal den Speisen. Die Tabemono (dt.: Sachen, die man essen kann) überraschen mich doch jeden Tag wieder aufs Neue. Neben einigen Abartigkeiten bietet die japanische Küche nämlich durchaus leckere Dinge. Fangen wir mit dem Klassiker an Sushi: eigentlich ist das nur gesäuerter Reis mit verschiedenen ‘Köstlichkeiten’ drinnen oder drauf, der rohe Fisch ist also nur eine Option. Beim Sashimi erhält man diesen aber dafür in seiner reinen Form ohne jegliche Geschmacksablenker. Da ich mich schon mal über das Sushi ausgelassen habe zum Sashimi: Das was ich gegessen habe, sah aus wie roher Schinken. Und der Geschmack war diesem auch überraschend ähnlich, erst als sich mein Gehrin einschaltete (wie es durchaus hin und wieder mal passiert) empfand ich einen gewissen Ekel, der aber von meiner antrainierten Gedankenkontrolle im Zaum gehalten werden konnte. Urteil: Nicht schlecht, aber einfach zu teuer, nichts für den Alltag. Für den kommen entweder Mensa oder Konbini in Frage. In der Mensa kann ich zwischen frittierten Fisch und Fleisch wählen (den Fisch hab ich eigentlich noch nie genommen), serviert mit Salat und Reis, nix besonderes, aber ich finde es sehr lecker.Nun widme ich einen Eintrag mal den Speisen. Die Tabemono (dt.: Sachen, die man essen kann) überraschen mich doch jeden Tag wieder aufs Neue. Neben einigen Abartigkeiten bietet die japanische Küche nämlich durchaus leckere Dinge. Fangen wir mit dem Klassiker an Sushi: eigentlich ist das nur gesäuerter Reis mit verschiedenen ‘Köstlichkeiten’ drinnen oder drauf, der rohe Fisch ist also nur eine Option. Beim Sashimi erhält man diesen aber dafür in seiner reinen Form ohne jegliche Geschmacksablenker. Da ich mich schon mal über das Sushi ausgelassen habe zum Sashimi: Das was ich gegessen habe, sah aus wie roher Schinken. Und der Geschmack Es gibt noch einen extra Raum wo Nudelgerichte angeboten werden, aber irgendwie wählen wir dann doch die andere Schlange zum Hauptsaal ;) Ach, ja fast hätte ich das Curry vergessen. Sehr beliebt bei den Japanern, Reis mit Currysauce und verschiedenen Fleischarten, scharfe Soße kann man sich noch selbst nehmen, ein Klassiker, günstig und beliebt, sehr lecker. Ein Konbini hingegen ist ein kleiner Markt, welcher quasi an jeder Ecke zu finden ist. Etwas teuerer dafür kann man dort 24 Stunden am Tag einkaufen oder sich sein Essen aufwärmen lassen. Dieses gibt es hier nämlich schon fertig zubereitet in Plastikschalen, einfach nur schnell in die Mikrowelle und selbst ein Mittagessen ist gesichert. Allgemein bleibt zum Essen zu sagen, dass ich angenehm überrascht bin, da mir mehr Dinge munden, als ich es vorher erwartet hätte. Nehmen wir zum Beispiel die Reisbällchen, ebenfalls aus dem Konbini, preiswert und lecker wenns mal schnell gehen muss (oder man einfach zu faul ist). Was ich absolut nicht mag ist Nori, dieses grüne Zeug um die Sushi-Stückchen herum. Seetang. Einfach nur eklig, bei den Japanern aber ziemlich oft zu finden. Naja, ich kann dieses Problem ohne größere Mühen umschiffen, is’ ja genug Essen da ;) Was auch sehr beliebt ist bei den Ausländern (und wohl auch bei den Japanern) ist das Melonpan, ein Melonenbrötchen, gefüllt mit Vanillesoße.

Nomimono (dt.: Sachen, die man trinken kann) sind mindestens genau so interessant wie das Essen. Tee ist bei den Japanern sehr beliebt, man kann ihn überall in verschiedenen Variationen kaufen. Dabei ist der Preis wie bei allen Getränken außer Wasser und Alkohol gleich. D.h.: Tee ist genauso teuer wie Cola, Fanta, etc., was die Wahl zu Gunsten eines gesunden Getränkes unheimlich schwierig macht. Einer von diesen Teesorten habe ich nun aber ins Herz geschlossen: er ist wohl aus Buchweizen hergestellt und schmeckt wie Kaffee mit Wasser, also einfach grandios! Alle anderen Ausländer die sich über diesen Tee geäußert haben, konnten nichts anderes als Hass nach dem Genuss gegenüber diesem Getränk empfinden. Hab ich wohl diesmal Glück gehabt, zumal es dieses Gebräu anstatt Wasser beim Handball gibt. Großer Beliebtheit erfreut sich doch die Fanta Grape und ‘Pocari Sweat’, wobei wir noch rausfinden was für ein Tier das Pocari genau ist ;)
Desweiteren gilt hier genau auf die Beschriftung zu achten, da man azfgrund der Packung mal schnell auf ein anderes Getränk schließt. Erst heute habe ich mir ne Dose Saft gekauft (auf dem Bild war ein Obstkorb mit Mangos und Ananas abgebildet), nachdem ich einen ersten Schluck genommen hatte zwang mich mein verwöhnter Gaumen die Schriftzeichen doch mal durchzugehen: Es handelte sich in Wirklichkeit um einen kalorienreduzierten (=Süßstoff) Cocktail-Drink mit etwas Alkohol. Geschmack: furchtbar. Vielleicht nächstes mal doch wieder Fanta Shake, die ein wenig an Wackelpudding erinnert.
Im Notfall gibt es immer noch Leitungswasser. Das schmeckt dann aber etwas nach Chlor.
In dem Sinne...Prost!