Mittwoch, 27. August 2008

Der Stand der Dinge - ein kurzes Briefing

So, seit Ende des Turniers ist nichtmal ne Woche vergangen, trotzdem hier ein kleiner Eintrag um euch auf den Stand der Dinge zu bringen. Also dann mal ran:
1. Ich habe vorgestern und gestern mit Plastic Tree und D'espairs Ray meine Reihe von Konzertbesuchen im August abschliessen können (viele Bands UND Ferien vorhanden). War ganz lustig, zumal ich durch Zufall gestern noch eine Deutsche, die sich grade auf Reisen befindet, auf dem Konzert getroffen habe. Sachen gibts.
2. Seit Montag bin ich neu koloriert. Das Schwarz mit Rot wurde langweilig, also bin ich zu meiner Friseuse gegangen und hab ihr gesagt sie dürfe sich ne Farbe aussuchen. Sie hat mir dann einen Vorschlag gemacht, den ich nicht verstanden hab. Zugestimmt habe ich trotzdem. Nach 3:45 Stunden beim Friseur war ich dann fertig. Und ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden damit. Hier ein Foto (ich hab es grad geknipst, kurz nach dem Aufstehen).
3. Ich werde die nächsten Tage nicht online sein. Ich fahre nämlich heute Abend mit einer Fähre nach Hokkaido. Ich werde mir Sapporo, Hakodate und Toyako ansehen, jedenfalls ist das geplant, aber nach der Reise sollte ich euch mehr darüber erzählen können. Wiederkommen nach Sendai werde ich am 4.September morgens in Sendai.

So jetzt mach ich Schluss, in 4 Stunden fährt mein Bus und ich habe meine Sachen noch nicht gepackt. Bis in ca. einer Woche :)

Freitag, 22. August 2008

Sport ist Mord - aber spaßig

Diese Woche stand im Zeichen des Sportes, genauer gesagt im Zeichen des Handballs. Gemeint ist ein Sportereignis, welches regelmäßig von den 7 großen japanischen Unis durchgeführt wird. In dessem Rahmen messen sich die Sieben Unis in sämtlichen Sportarten. Letzte Woche dann im Handball. Da meine Uni auf Platz 4 in der Rangliste herumturnt und Sendai dieses Mal Gastgeber ist, war klar das wir unsere Uni vertreten mussten. Begonnen hat das Turnier am Sonntag: 6:30 aufstehen, mit den anderen zur abgelegenen Halle im Industriegebiet fahren. Der Großteil war bereits dort und baute auf (Spielfeld abkleben, Anzeigetafel, etc.). Diesmal wusste ich schon vorher das ich definitiv nicht eingesetzt werden würde. Allerdings gab es neben den offiziellen Turnierspielen auch Spiele für Neulinge und die die noch nicht genug hatten und MICH :).
Nun ja die offiziellen Spiele gingen 2x30 Minuten (die 'kleinen' 30 Minuten). Es waren übrigens dann 8 Unis die teilnahmen, warum
weiß ich nicht. Es waren dabei : Hokkaido-Uni, Tohoku-Uni(wir), Nagoya, Tokyo, Kyoto, Osaka, Kobe und Kyuushu (wer etwas über die Geographie Japans weiß: ja, Kyuushu ist weit über 1000Km entfernt!). Hier eine Impression eines anderen Teams beim Warmmachen:

Naja, die Spiele wurden dann Tag für Tag ausgetragen und bis auf Montag, den ich mir freigenommen hatte, war ich die ganze Zeit dort bis zum Ende am Freitag Nachmittag. Insgesamt also sehr anstregned zumal ich irgendwann immer zwischen 5:30 und 7:00 aufstehen musste und erst zwischen 21/22h wieder zu Hause ankam. Den Tag dann über in der Halle sitzen, Spiele schauen, mit dem eigenen Team Warmmachen, Bälle anreichen, schrubben und andere unterwürfige Tätigkeiten. Ich habe diese dankend ausgeführt, weil ich mich zum einen in das japanische Clubleben ohne Ausländervorteile einfügen möchte (die Neuen machen da quasi so ziemlich alles) und zum anderen weil den ganzen Tag nur Spiele zu schauen echt langweilig werden kann. Am Sonntag, Dienstag und Mittwoch durfte ich dann mein Können in den kleinen Spielen beweisen, die aber kaum ernst genommen wurden. So spielte ich gegen Osaka, Kobe und Kyoto. Wenigstens sind mir gegen Kobe und Kyoto auch insgesamt 7 Tore gelungen auch wenn wir nur gegen Kobe gewinnen konnten.
Naja dafür liefen die 'echten' Spiele zu unseren Gunsten, so dass wir dann mit 5 Siegen und zwei Unentschieden 2 wurden, hinter Nagoya. Hinter uns kamen Kyuushu, Tokyo, Kyoto, Osaka, Hokkaido und Kobe.

Gekrönt wurde diese echt harte Sport-Woche von der abschließenden Feier in der Uni- Mensa am Freitag (heute). Da komm ich quasi grade her und hab noch ziemlich freudige Erinnerungen, die ich euch nicht vorenthalten möchte: Beispielsweise wurde, wie in Japan eigentlich üblich, in den vorhandenen 2-Stunden ordentlich getrunken. Da aber keiner da war der das beaufsichigte (irgend ein höher gestellter Boss, etc.) ist es in diesem Fall sehr ausgeartet. Vielleicht war es normal unter japanischen Jugendlichen, aber das kann ich nicht sagen. Was ist genau passiert? Nun ich hatte zusammen mit einer unserer Managerinnen (die Frauen die dem Team alles organisieren, Wasser reichen, Trainingsanzüge zusammenfalten, Papierkrams...und quasi jedes Team hat mindestens 2) Pappkartons genommen und mit zwei Müllsäcken gefüllt (einer im anderen). Ich habe mich vorher gefragt warum man denn nicht nur einen nehem konnte. Nach 10 (!!!!) Minuten nach Beginn des Trinkens wurde mir der Grund geliefert. Über einem der vielen Kartons kniete ein Spieler aus Kobe, der sich bereits übernommen hatte und alles rausließ. Während er sich übergab, wurde er behutsam von der Teameigenen Managerin über den Rücken gestreichelt (in Japan ist man nett zu seinen Besoffenen). 5 Minuten später gesellten sich Teamkollegen zu ihm und taten es ihm gleich. Auch die anderen Unis gingen mehr und mehr in die Knie (wörtlich). Eine Party die nur zum Zweck des Saufens diente, quasi jede Minute stand ein anderer Japaner auf, der unter dem gröhlen und Anfeuerungsrufe der gesamten Mensa eine Flasche Bier leer machte. Später wurden dann noch kleine Showeinlagen von den Neulingen geboten (ich natürlich ausgenommen). Diese setzten dem wilden Gelage noch die Krone auf. So hatten sich die Spieler der Todai, der angesehensten und ruhmreichsten Universität Japans, in Netzstrumpfhose gekleidet mit Gürteln ausgepeitscht, geohrfeigt, Nippel lang gezogen oder mit Baseballschlägern geprügelt. Grandios, der Saal war am Gröhlen. Bis auf die Managerinnen war wohl jeder Betrunken (eine unserer 2 bildete da allerdings eine Ausnahme).
Nun ja nach 2 Stunden hatte der Spuk ein Ende, alle verschwanden wieder relativ schnell (wie üblich hier) und unser Team stand da mit ner Menge Bier, Essen und einer halb zugekotzten Mensa. Mein Team hat es mir glaub ich hoch angerechnet das ich die vollgekotzen Kartons entsorgt habe. Nach 40 min Aufräumen des gesamten Teams, sah die Mensa aus wie vorher, hat halt nur nach Kotze gerochen. Insgesamt geb ich dem Abend 10 von 10 Punkten, da ich gut mit meiner Mannschaft rumblödeln konnte und ich einen wahren Blick in die Natur des Partylebens der japanischen Jugend werfen konnte. So das zum Handball, Bilder oben aufm Link zu Picasa...
In Sendai gibts diese Woche 'Oktoberfest', mal sehen ob ich da auch nochmal vorbeischauen werde...
Ansonsten: Tsukareeeeee

Freitag, 15. August 2008

Ein kleines Dorf am Berg

こんにちわ、木曜日 作並 おんせん に 行った。

Hallo ich wollte euch noch mal von einer gaaaanz kleinen Tour am Donnerstag berichten und da ich jetzt auch das Japanisch ausgestellt habe solltet ihr mehr als nur Kästchen sehen können.
Also Donnestag haben wir uns spontan nen Zug geschnappt und sind nach Sakunami gefahren. Berühmt für seine Onsen. Das Örtchen außerhalb von Sendai gelegen liegt auf dem Weg zu Yamadera (siehe Bloggeschichte). Schön gelegen zwischen großen, waldbewachsenen Bergen.
Dann mussten wir nen Onsen finden. Das ist nicht so leicht, da die meisten an Hotels gebunden sind und nicht immer öffentlich. Die nette Dame am Bahnhofsschalter hatte jedoch Karten für uns und eine Empfehlung für einen öffentlichen Onsen (obwohl im Hotel) und rief dort spontan an. So wurden wir 5 Minuten Später mit dem Shuttlebus vom Bahnhof abgeholt. Das war gut, denn es regnete.
Dann kamen wir am Hotel an. Traditioneller japanischer Ryokan-Stil...und es sah teuer aus. Da die Dame am Bahnhof von einem Eintrittsgeld von 1500 Yen, ca.10 Euro gesprochen hatte, kamen bei uns nun bei dem Anblick einige Zweifel auf. Die ÜBERMÄßIG freundlichen Damen am Empfang, trugen alle Kimono und erklärten uns, nachdem wir wirklich nur 1500 bezahlt hatten, wie wir zum Bad gelangten.
Es war da versprochene schöne Bad: nach vielen Treppenstufen waren wir unten beim Freiluftonsen (überdacht) angelangt. Direkt am Fluss gelegen, der sich von hier als reißender Bach dann durch die Felsklüfte zwängte. Insgesamt gab es 4 Becken, alle über 40 Grad. Der Onsen war gemixt, also auch Frauen. Da ich aus Deutschland keine Saunagänge gewohnt bin, ist es noch sehr neu für mich, nur mit einem 15x40cm großen Handtuch bekleidet, im Onsen zu bewegen. Naja egal. Wir haben dann 2 1/2 Stunden in dem Ding verbracht. Danach war ich ziemlich benebelt. und war dann glücklich das unser Shuttle auch zum Bahnhof zurück fuhr. Im ZUg nach Sendai bin ich dann auch eingeschlafen. Aber ein sehr schöner Ausflug.

Freitag, 8. August 2008

Tanabata - eine Stadt im Ausnahmezustand

Sendai ist in Aufruhr. Grund: 七夕。Das Tnabatafest ist das größte alljährliche Fest der Stadt und groß genug um etliche Touristen aus dem Land anzuziehen. Begonnen hat das ganze Dienstag Abend mit einem 1 1/2 stündigen Feuerwerk. Ich befand mich zu der Zeit im Büro, auf dem Berg neben der Stadt, weil mir meine Kollegen natürlich Tipps gegeben hatten. So machten wir uns kurz vor Beginn des Feuerwerks auf und kletterten über Stahltreppen und zum Schluss sogar eine Leiter auf das Dach des Nebengebäudes, welches wohl der höchste Punkt in der Gegend ist, man konnte jedenfals die gesamte Region überblicken. Das Feuerwerk war zwar etwas weit weg und wirkte dadurch klein, was aber letztendlich dessen Qualität nicht schmälern konnte. Mir als Aushilfspyromanen sind nämlich zahlreiche Effekte aufgefallen, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Ein sehr schönes Feuerwerk. Als ich dann am Abend ins Wohnheim zurück bin sind mir zahlreiche Leute entgegengekommen und besonders die Frauen trugen traditionelle Kleidung.

Am Mittwoch und heute, Freitag, war ich dann in der Innenstadt wo das eigentliche Fest stattfindet. Die Innenstadt ist dazu sehr schön und üppig dekoriert. Und das ist untertrieben. Es ist die pompöseste Dekoration, die ich jemals in einer Stadt gesehen hab. Überall hängen große Papierkränze, gestiftet von Firmen oder hergestellt von verschiedensten Institutionen. Die Aoba-Dori, eine der größten Straßen der Stadt, wird am Abend gesperrt und ist die Bühne für ein Showprogramm mit vielen Zuschauern und Tänzen. Die Innenstadt war extrem voll an beiden Tagen, aus einem Gang von 10 Minuten wurden 45 und Polizisten übernahmen die Funktion der Ampeln und pfiffen den ganzen Tag Ströme von Menschen sicher über die Straßenkreuzungen.

Insgesamt ein sehr schönes Fest, auch mit viel traditioneller Kleidung (Kimono, Yukata). Hat meiner Meinung nach das Aoba-matsuri bei weitem übertroffen, mag an der langen Tradition dieses Festes liegen. Naja ich habe hier zwei Videos, die einen kleinen Ausschnitt aus der Atmosphäre geben sollen. Falls jemand mehr will, einfach mich fragen ;) Ansonsten: bye

Montag, 4. August 2008

3 Affen und ein Brief

So ich bin natürlich schon längst wieder zurück aus Nikko (Tempel). Also nun im Zeitraffer: der Trip hat Mittwoch begonnen und wir besichtigten erst einmal Nissan, Autofabrik und Fließbandzusammensetzung. Berichtenswert davon ist, dass erstaunlich viele Frauen dort gearbeitet haben und es ist wirklich komisch anzusehen, wie eine kleine zierliche Japanerin mit einem Pressluftschrauber herumhantiert. Interessant waren auch die führerlosen Fahrzeuge, die Materialien durch die Halle gekarrt haben, denn natürlich macht der japanische Transporter dazu eine unglaublich nervende Musik.
Dann abends Hotel reichlich japanisch gegessen, Karaoke und ONSEN. Wer nicht weiß was das ist: eine heiße Quelle praktisch, wie ein Badehaus mit mehreren heißen Becken. Ich habe es fertig gebracht 4 mal hineinzugehen und war damit wohl Spitzenreiter.
So dann waren wir nächsten Tag noch am Tempel. Dieser Tempel ist berühmt für die drei Affen von denen sich einer die Ohren, einer den Mund und einer die Augen zuhält. Kennt man ja irgendwoher, nunja hier gabs das Original. Mittags noch zu einem See, reichlich japanisch gegessen, einen Wasserfall besichtigt und wieder nach Hause.
Bilder gibts hier: http://picasaweb.google.de/Daniel.in.Sendai

So das war der Schnelldurchlauf. Ich danke sonst noch den Leuten die mir den Brief mit den wahnsinnig rührenden Worten geschickt haben ;)

Bye~