Am nächsten Morgen bin ich dann also weiter nach Sapporo gefahren. Um Zeit zu sparen habe ich den teuren Express-Zug nehmen müsses, der mir aber im Vergleich zum Regionalzug 4 Stunden eingebracht hat.
Ich kamm also kurz vor 12h in Sapporo an und brachte mein Gepäck erstmal ins Hotel, welches mir als Willkommensgeschenk ein paar Socken bereithielt -super. Am Nachmittag habe ich Sapporo dann erkundet und es geschafft nahezu alle Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Mein Kollege hatte mich schon vorgewarnt: 'in Sapporo gibt es nicht viel zu sehen, aber zum Leben isses toll'. Er hat recht behalten, ich habe unter anderem den Sapporo Tower, das alte Rathaus-> 'Akarenga', den Uhrenturm und die Odori (5km lange Straße mit Park in der Mitte) gesehen. Das sind die größten Sehenswürdigkeiten. Ein Highlight bildete ein Besuch in einem Nudellokal: nachdem die Bedienung mit meiner puren Anwesenheit und dem Zwang wahrscheinlich Englisch sprechen zu müssen überfordert schien und mir die auf japanisch gehaltene Speisekarte reichte, schickte sie den Küchenchef vor. Der versuchte mich vor das Lokal zu lotsen damit mir als Nicht-Japaner die Bestellung leichter fiel, da alle Speisen dort künstlich nachgebildet worden waren. Ich blieb einfach sitzen und sagte ihm auf Japanisch, was ich essen wollte. (Ich konnte zwar große Teile der Speisekarte nicht lesen, aber die Lesung einiger Gerichte beherrsche ich dann doch). Er versuchte mich nochmal rauszulotsen und schien erst dann zu registrieren was ich grade gesagt hatte, also eilte er etwas verwirrt in die Küche und wenige Minuten später aß ich auch das was ich auch bestellt hatte. Danach bin ich dann mit der Seilbahn auf den lokalen Berg hoch um mein Hakodate-Null-Sicht-Trauma auszugleichen. Im Vergleich zu den anderen Städten war hier nämlich vorzügliches Wetter um die 28 Grad, heiter, Sonnenschein. Ich bin also hoch und sollte diesmal nicht enttäuscht werden. Unter mir war ganz Sapporo zu sehen und leuchtete friedlich vor sich hin. Da Sapporo mit 1,8 Mio. Einwohnern Hakodate bei weitem übertrifft, spürte ich hier oben auf dem Berg etwas Genugtuung und Zufriedenheit.
Am nächsten Morgen habe ich mir noch Teile der Uni und dessen botanischen Garten angeschaut bevor ich dann für einen Nachmittagsausflug nach Otaru gefahren bin. Otaru ist eine kleine Hafenstadt am japanischen Meer, 30 Minuten mit dem Zug von Sapporo, die für ihre Kanäle berühmt ist. Ich bin 2 Stunden dort rumgewandert, hatte mir wirklich alles dort angeschaut: vom hässlichen Osten am japanischen Meer bis zum Touristenstraßenidyll im Westen, zwischendurch die Kanäle, die mir eher popelig klein erschienen. Aber sie waren da. Vor allem im Westen, der mit seinen Schokoladengeschäften und Glasbläsereien eher auf Touristen ausgelegt war, tummelten sich viele Gruppen, vor allem Japanerinnen, die hier ein wenig abseits der Großstadt bummelten.
Insgesamt hat es sich gelohnt das Städtchen anzuschauen. Ich bin dann doch wieder um 15h dort weg. Der Grund war, dass ich schon alles gesehen hatte, der andere war eine Änderung meines Reiseplanes: ich hatte in der Zwischenzeit von einem Onsen in der Nähe meines Fährenhafens gehört, der einfach nur toll sein sollte, Grund genug ihn zu besuchen. Also hatte ich für Sapporonur noch wenige Stunden, es stand aber auch nur noch ein Punkt auf meiner Liste: das Biermuseum der Sapporo-Brauerei (also Bier=Stadtname). Wenn man einen Japaner fragt wofür Sapporo berühmt ist, er würde wahrscheinlich BIER!!! sagen. Nach der Führung im Museum wusste ich auch warum: Sapporo ist die erste Brauerei Japans, dessen Gründer hatte zuvor Deutschland besucht und war anscheinend sehr angetan von der Braukunst.
Naja eine kleine Verköstigung und ein Besuch im Souvenirshop brachten mir etwas Bier und ein TShirt ein. Zum Abend aß ich dann noch in einem berühmten Zusammenschluss von mehreren Nudellokalen köstlichste 'Akarenga-Ramen' (Nudeln in Suppe mit Fleisch, Mais und anderem Gemüse). Guckte mir das nächtliche Treiben im Amüsierviertel an und verzog mich dann in mein Hotel.
Am nächsten morgen bin ich wieder zurück nach Tomakomai gefahren, habe dort mein Gepäck in Schließfächern deponiert und bin 40 min weiter nach 'Noboribetsu' gefahren. Ich hatte nicht die Zeit für ein Bad im Onsen und bin desshalb 2 Stunden dort umhergewandert, was sich allerdings gelohnt hat. So konnte ich die unwirklich erscheinende Landschaft des 'Hell-Valleys' betrachten. Dazu noch ein paar andere Krater mit heißem Wasser und schwefligen Dämpfen (ja, es hat die ganze Zeit nach Furz gerochen). Da es etwas regnete, war ich eigentlich alleine auf den Wanderwegen unterwegs, Japaner fuhren die 'Attraktionen mit dem Auto an, was ich für wirklich komisch hielt, zumal man direkt an diesem Hell Valley oder durch dichten Urwald (so erschien es mir zumindest) entlangwanderte und das Auto eine völlig andere Route nahm. Naja egal, war gut, nach 2 Stunden war ich wieder zurück im Dorf und konnte den Bus zurück zum Bahnhof ergattern.
Vom Bahnhof wieder nach Tomakomai, wobei ich von einer älteren Japanerin im Zug unterhalten worde. Mit der Fähre zurück nach Sendai. Nach einer Nacht mit einem sehr laut schnarchenden Mann im Zimmer, bin ich dann morgens aufs Deck und habe mir den Einlauf in den Hafen angeschaut, in dem sich die japanische Armee grade auf ein Manöver oder so begab (siehe Foto). Um 12h Mittags war ich wieder im Wohnheim.
Tja das war meine schöne Hokkaido Reise, Mittwoch fliege ich nach Süden: Kyuushu. Ich werde mein Laptop wohl mitnehmen und live-posten. Mal sehen.
bis denn dann
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1 Kommentar:
Kommst ja gar nicht mehr zu Ruhe.. Reise hier hin, Abstecher dort hin, dann nächste Woche der Flug.. aber find ich gut :)
Außerdem sollte man sich mindestens einmal im Leben an einem Ort aufgehalten haben, an dem es permanent nach Furz riecht (*an Studienfahrt Soerrento denk*). Daumenm hoch dafür!
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