Freitag, 13. Februar 2009

Neue Städte, viele Schönheiten und meine Hochzeit

gleich zu Beginn: es gibt einen neuen Picasa Ordner zu diesem Eintrag, da könnt ihr euch die neuen Bilder ansehen ;)

Wie angekündigt war ich auf Reisen. Wie geplant im Norden.
Am Dienstag Abend ging es dann los: ich habe mich mit Kanako am Bahnhof getroffen um dann mit dem Zug zu ihr nach Hause nach Mizusawa in der nördlich angrenzenden Iwate-Präfektur zu fahren. Dort angekommen war mein Schlafplatz schon hergerichtet und ich durfte gleich noch ihre Familie kennenlernen. Highlight des Abendessen war: Wir haben beim Essen einen 'Mister und Misses Smith' gesehen, worauf die Mutter und auch Kanako eine verblüffende Ähnlickeit der kleinen Schwester mit Brad Pitt feststellen konnten. Ich verzichte auf einen Kommentar dazu. Danach habe ich dann noch mit Kanako Manta Manta gesehen und habe versucht ihr die schlechten Witze zu übersetzen. (Mit schlecht ist eigentlich legendär gemeint).
Nach einer Nacht im Futon bin ich dann am nächsten Tag nach ausgezeichnetem Frühstück auf zum Sightseeing: Wir haben ein Dorf besucht, das wie in der Heian-Zeit nachgebaut war. Hauptsächlich werden in diesem Dorf Serien für das japanische Fernsehen produziert.
Ich habe dort dann jedenfalls geheiratet, jedenfalls sah es so aus, weil man sich diese tollen traditionellen japanischen Kleider anziehen konnte;)
Nach Mittagessen und einem kurzen Trip in die Innenstadt bin ich dann aber schon wieder weiter gereist. Alleine mit dem Zug Richtung Akita im äußersten Nordwesten ;) Die Zuglinie hatte ich keineswegs Zufällig ausgewählt, sie sollte mitten durch eine verschneite Berglandschaft führen. So war es dann auch nahezu in Abwesenheit jeglicher Zivilisation bin ich dann mit einem winzigen Ein-Wagen-Zug durch eine Schneelandschaft mit zugefrorenen Seen und vielen Bergen gefahren. Um ca. 19 Uhr war ich dann in Akita. In Akita gibt es keine Sehenswürdigkeiten. Wenn man einen Japaner fragt was denn berühmtes aus Akita kommt , wird man in 99% der Fälle wohl die Antwort 秋田美人 (Akitabijin: Akita-Schönheit). Akita ist dafür sehr berühmt und meinen Beobachtungen zu Folge scheint das auch zu stimmen. Nach einem kleinen Spaziergang durch die Stadt habe ich dann einen weiteren Punkt auf meiner To-Do-Liste abhaken können. Übernachten im Manga-Cafe. Für eine Nacht habe ich eine 'Zelle' zugewiesen bekommen, 12 Euro, acht Stunden lang. Im Preis inbegriffen waren Fernsehen und Internet, Eiscrem und sämtliche Softdrinks. Das Paradies, ich war überrascht, allerdings konnte ich nicht wirklich gut schlafen. Egal mein Zug verließ schon um 5:49 Akita Richtung Süden. Dort hatte ich mir ein kleines Dorf am Meer, das wohl in keinem Reiseführer steht, herausgepickt. Ich bin dann da also rumgefahren, begleitet von Unmengen an Schülern. Als ich dann in Fukura ankam bin ich da etwas umhergewandert. Eigentlich hatte ich das einfache Ziel das Japanische Meer zu sehen, das ich trotz der direkt-am-Meer-Lage nicht sofort finden konnte. Nach etwas herumwandern habe ich dann aber einen Onsen finden können, den ich dann spontan beucht habe, was die 'Einheimischen' anscheinend etwas verwunderte. Der Vorteil von diesen touristenfreien Orten ist eine weitgehend unbelastete Bevölkerung. Zum Beispiel wurde ich von den dortigen Grundschülern auf ihrem Weg zur Schule mit einem 'Guten Morgen' begrüßt...
Nachdem ich aber aus dem Onsen raus war, habe ich dort das Personal gefragt, wo es dann am schnellsten zum Meer geht. Es war keine 100 Meter vom Onsen weg (ich darf an dieser Stelle mir selbt gratulieren ;)). ALso bin cih zum Strand, hab meine Schuhe ausgezogen und konnte nun offiziell das Japanische Meer betreten. Eindruck: Kalt und wild.
Danach habe ich mich auf den Rückweg nach Sendai begeben, der ungefähr 10 Stunden dauerte, aufgrund mehr als schlechter Zugverbindungen. Hat sich also wieder einmal gelohnt.

Ich habe dann heute meinen Kollegen von dem kleinen Trip berichtet. Dabei ist wieder einmal klar geworden das Japaner Aufzählungen mit der Zahl 3 lieben. Denn als ich auf Akita zu sprechen kam fiel sofort von einem meiner Kollegen das Schlagwort: 秋田美人(s.o.) und es wurden die drei Städte aufgezählt, wo es denn die schönsten Japanerinnen leben würden:
1.Akita
2.Kyoto
3.Fukuoka (da ist man sich nicht so sicher, ich hatte das aber schonmal von meiner Japanischlehrerin gehört)

Ein anderer Kollege brachte dann eine andere Liste ins Spiel: nämlich die wo die hässlichsten leben würden.
1.Sendai
2.Nagoya
3.Mito

Ich neheme an er erwähnte diese Liste also aus purem Neid.
Dann wurde ich gefragt wie das Ranking der Schönheiten in Deutschland aussieht. Ich antwortete, dass es sich mit ganz Deutschland wie in Sendai verhalten würde...

Noch weitere Beispiele für Aufzählungen mit 3, denen ich schon begegnet bin:
Matsushima ist eine der 3 wertvollen Landschaften Japans
Akiu ist einer der 3 besten Onsen Japans
die Turmuhr ist eine der 3 enttäuschensten Sehenswürdigkeiten Japans

so viel dazu

byebye

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

So.. endlich komm ich mal dazu, das hier zum kommentieren..

"Ich antwortete, dass es sich mit ganz Deutschland wie in Sendai verhalten würde..."
Made my day :D

"worauf die Mutter und auch Kanako eine verblüffende Ähnlickeit der kleinen Schwester mit Brad Pitt feststellen konnten."
Äh... ó_Ò? Ich stells mir einfach nicht bildlich vor.. ^^

"Übernachten im Manga-Cafe. Für eine Nacht habe ich eine 'Zelle' zugewiesen bekommen, 12 Euro, acht Stunden lang."
Das klingt spontan eher nach 'nem Pornoladen und es sieht von den Fotos her auch ein bisschen so aus ;D
Stelle mir den Laden aber an sich ganz cool vor.. vor allem für 12€ kann man da echt nicht meckern.

"Zum Beispiel wurde ich von den dortigen Grundschülern auf ihrem Weg zur Schule mit einem 'Guten Morgen' begrüßt"
Erstaunlich.. hier würde man ja bestenfalls "Fick dich" zu hören bekommen ;D


Zu den Fotos.. ich geh nu nich auf alle 132 ein, aber zwei Sachen muss ich noch loswerden.
1. Der Fisch macht mir Angst
2. Samurai-Outfit und Bluejeans geht ma gar nich zusammen :D
2b. Die Poporoad.. ach ich sag einfach nichts

Grüße :)