Freitag, 16. Januar 2009

Die Action vor dem Sturm

Es ist einiges passiert hier ein kurzer Bericht der letzten Woche:
Montag: Es stand ein Trip nach Shiroishi an. Einer Vorort-Gemeinde. Zusammen mit meiner nicht so sehr geliebten Japanese Culture Class (JCC) sind wir morgens um kurz ach 7:00 Uhr mit einem gemieteten Bus aufgebrochen. Als erstes stand Noh Theater auf dem Programm. Ich wurde mehrfach gewarnt über dessen Langweiligkeit und schier endlosen Darbietungen. Wir kamen an und die Anfangszeremonie machte schon klar, dass die ganze Geschichte wohl etwas länger dauern würde. Dem war nicht so, die nachfolgenden Darbietungen waren immer eine Mischung aus Tanz, Gesang und Geschichten, die man sich aus seinem Begleitheft erlesen musste. Sonst hätte ich wohl zum Beispiel den 12m großen Affengott auf seinem Weg zur Erde nicht erkannt. Auch Kinder spielten einige Rollen und ähnlich wie beim Krippenspiel vergaßen sie auch hier ab und zu ihren Text und ihre Bewegungen. War alles in allem recht gut.Dann hatte unsere Klasse die Wahl ein Haus eines Handelsmannes zu besichtigen oder noch etwas im Theater den Vorstellungen zu lauschen.Ich bin mit drei anderen als einzige im theater verblieben. Dafür wurde ich mit dem 'Lied von Miyagi' belohnt, eine der großartigsten Darbietungen.
Danach ging es weiter zum Mittagessen, mit der Spezialität Shiroishis :Somen. Das war eine weitere Nudelart, die mich aber entäuschte. Es folgte die Besichtigung eines Samuraihauses, von der nur der Eingang mit den vielen Brücken spektakulär war. Aber trotzdem war es einen Besuch wert. Zu Fuß ging es weiter zum nachgebildeten Schloss, klein aber fein thronte es auf seinem kleinen Hügel. Von Innen war es quasi Standard (ich habe ja mehrere der Schlösser schon gesehen). Also machten wir uns danach auf zum dazugehörigen Museeum. Dort sahen wir 2 kleine Kulturgeschichtliche Filmchen bevor wir uns auf das abschließende Highlight freuen konnten. Mister Miyagi (Verzeihung ich muss hier aus filmhistorischen Gründen einfach 'Mister' benutzen ;)), einer der ca. 300 verbliebenen Schwerthersteller des Inselreiches hatte das Museuum mit einem seiner Werke aufgesucht um sich unseren Fragen zu stellen. Nach einigen Erklärungen zum Katana (Schwert) an sich und dessen Bedeutung zog er es dann auch. Und jeder durfte es, wenn auch mit seiner ständigen Kontrolle in den Händen halten. Die Klinge muss enorm scharf gewesen sein, keinem war es erlaubt sie auch nur zu berühren. Nach seiner Aussage würde die Schärfe im moment problemlos dazu ausreichen jemanden damit den Kopf abzuschlagen. War einmal ganz interessant so etwas in seinen Händen zu halten. Mit ca. 9000 Euro war es sogar günstiger als ich dachte. Danach sind wir wieder zurück gefahren.

Mittwoch gabs bei unserem örtlichen Schrein eine Verbrennung von den Dingen, die sich bei den Japanern über Neujahr in Form von Glücksbringern und Festtagsschmuck angesammelt hatten. Dazu liefen einige halbnackte Männer durch die Kälte. Ich war erschreckt einen Bekannten von mir auf einmal nur in weiß gebundener Unterhose vor mir zu sehen. Dann gab es wie an Neujahr wieder eine lange Schlange um die Glocken des Tempels zu läuten, dazu Fressbuden. War irgendwie wie Schützenfest. Ich war aber nur wenige Minuten da, ich kam aus dem Labor und war mit vielen Sachen bepackt, zu vielen für diese Menschenmasse.

Donnersatg abends hatte ich die Gelegenheit traditionelle japanische Süßigkeiten herzustellen. Wir produzierten also einige Sakura Mochis (Kirschblütenreiskuchen). Das ist Süße Bohnenpaste in einem Teig, umwickelt mit einem Kirschblatt. Eigentlich ganz lecker und interessant zu machen. Fotos davon sind in dem neuen Ordner zu diesem Eintrag bei Picasa enthalten.

Freitag war der Campus der Uni dicht. Es war gespenstisch leer und die Hörsaal-Gebäude waren abgesperrt. Was aussah wie eine Mordszenerie war eigentlich nur ein Stück moderner japanischer Kulturgeschichte, mit dem auch ich bereits Bekanntschaft machen durfte:
ein Test. Der Test war aber nicht am Freitag sondern an Samstag und Sonntag und Freitag galt nur zur Vorbereitung. Dieser Test wird von dem letzten Jahrgang der Highschools geschrieben um an die Universität zu kommen. Natürlich ist das wieder ein Riesenspektakel, noch größer als bei dem Test, bei dem ich seinerzeit war. Irgendwie bescheuert. Vielleicht guck ich mir das am Sonntag nochmal aus einer gewissen Entfernung an.

Eine ganz andere Sache ich werde hier sehr oft morgens von einer mysteriösen Melodie geweckt. Klingt wie eine Spieluhr und ist psychopathisch-unheimlich. Jetzt konnte ich rausfinden was es ist: Es ist ein Öl- oder Gasversorgungstruck. Sachen gibts...
Ich habe ne Tonaufnahme gemacht, wer die haben will...mich anschreiben;)

machts gut

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich hoffe der Truck spielt die Melodie von Elfenlied xD
Aber das wäre glaub ich echt zu fertig ^^

Das Theater sieht, zumindest für mich ja eher unspektakulär aus... aber wohl immer noch spannender als das Haus von nem Handelsmann?! Naja, dafür hab ich einfach zu wenig mit der Kultur da am Hut ;)
Apropos Hut: Du siehst mit dem Schirm auf der Brücke 100 mal besser aus (äh.. ) als die Frau auf dem Plakat ^^

Danke, dass du von der Horde halb-nackter Männer kein Video gemacht hast :P Wieso liefen die da doch gleich lang?!

Und wer sind die lustigen Leute bei der Kirschblütenreiskuchenproduktion (was fürn Wort) und hat der Kram geschmeckt (salzig+süß)?

Mh, ich komm aus dem Fragen gar nich mehr raus.. Action vor dem Sturm? Steht demnächst was größeres an?

Na.. mag erstma reichen ;)

Bis denn

raelianer hat gesagt…

Hm, ist es nicht so, dass man die Klinge nicht berührt, weil echte Schwerter dazu tendieren zu rosten?