Montag, 14. April 2008

Tag 1 - Das Mädchen mit dem rosa Zylinder

Hallo. Zuerst: Ja ich bin in Sendai/ Japan und 2. ich lebe noch. Wie es dazu kam und wie es auch anders hätte sein können...

Den ersten Fehler bemerkte ich in Kopenhagen, als ich da etwa um 11:20 landete: Dein Flug nach Tokyo geht erst um 15:45 und du hast die Wartezeit überhaupt nicht einkalkuliert. Glücklicherweise fand sich noch ein 10 Euro Schein in meinem Portemonaie, so dass ich es immerhin schaffte mir einen Hotdog und einen Saft zu kaufen. Weitestgehend erst einmal verpflegt konnte ich mich nun auf meine erste Begegnung am heutigen Tag mit der japanischen Subkultur freuen, denn diese wanderte soeben an mir vorbei, in Form eines japanischen Mädchens. Sie hob sich durch ihren Kleidungsstil erheblich von der Menge ab: auf dem Kopf trug sie einen rosa Zylinder, ein Halstuch im Leopardenmuster, ein Superman T-Shirt, Emo-Jacke mit Totenkopf, abgeschnittene Handschuhe, einen rosafarbenden Tartan - Minirock, eine gewagte Strumpfhose und als Abschiedsknüler Plateau-Chucks (!).
Zufrieden mit meiner ersten Beobachtung quälte ich mich dann durch die Wartezeit am Flughafen und später dann an Bord. Angekommen in Narita durch die Registrierung und Zollkontrolle wollte ich mir dann ein Zugticket nach Sendai kaufen. Nachdem ich dem Schalterbeamten mein Anliegen erklärt hatte, war ich doch etwas überrascht gleich 3 Tickets in der Hand zu halten und mehr Geld als gedacht losgeworden zu sein (ich glaube nach wie vor das er mich trotzdem nicht übern Tisch gezogen hat). Als er mir dann auch noch mitteilte das der nächste Zug in 10 Minuten fährt, versetzte er mich in eine leichte Hektik, die sich beim Umsteigen auf der Tokyo-Station zwar fortsetzte aber dafür unbegründet schien.
Im Zug selbst kann ich die Gerüchte nur bestätigen, der Schaffner verbeugt sich wirklich bevor er einen Waggon verlässt, auch wenn er nur durchgeht ohne irgendwelche Fahrscheine zu kontrollieren.
Als ich dann in Sendai ankam musste ich am vorher vereinbarten Treffpunkt auf meine Helfergruppe warten. Während dieser Zeit stellte ich fest, das ich wohl der einzige Ausländer im Bahnhof/ Shoppingzentrum war. In Tokyo war ich einer von vielen, aber hier schienen nicht so viele vorbeizuschauen. Was mir zudem noch auffiel war die Tatsache, dass einige jüngere Herren des Landes gerne Schuhe trugen, die sich an der Spitze nach oben bogen, ehrlich ich habe selten so viele Mantaletten auf einem Haufen gesehen.
Naja jedenfalls wurde ich dann abgeholt und mit dem Taxi zu meinem Wohnheim gefahren. Dort wurde ich erst mal wieder mit Dokumenten bombardiert, die innerhalb der nächsten Tage ausgefüllt werden müssen. Als mir dann noch meine Wohnung gezeigt wurde bekam ich erst mal einen Schock, sie war zwar groß mit vielen Schränken, dafür waren die Hälfte davon allerdings beschädigt, die Wand dreckig und irgendwie unwirklich. Dann stellte ich fest das von der versprochenen Kücheneinrichtung (Topf, Pfanne, Schüssel, Teller, Besteck) rein NIX dar war. Diese Tatsache zwang mich nochmals das Wohnheim zu verlassen und nach Nachfragen einen Supermarkt zu finden. Durch die fortschreitende Müdigkeit, nahm ich es alles nur sehr eingeschränkt auf. Dies hatte wiederum zur Folge, dass mich beinahe vor dem Supermarkt ein Auto umgemangelt hätte (ich war schon halb über die Straße und guckte dann in die falsche Richtung). Jetzt bin ich aber wieder in vorläufiger Sicherheit, morgen darf ich dann noch zusammen mit meinen Helfern einiges erledigen. Und wie es aussieht gibt es Curry-Nudeln zum Frühstück.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Was für ein Tag.. bin mal gespannt was noch so kommt.. die restlichen Berichte geb ich mir nachher ;)