Heute hatte ich nur wenig zu tun. Erstmal habe ich meine Wohnheimanmeldung komplettiert, dabei habe ich festgestellt dass ich noch ein 7. Passfoto brauchte, welches ich natürlich nicht hatte. Ich wurde dann von meiner Wohnheimschefin zum Supermarkt (Kombini, also seeeehr kleiner Supermarkt) geschickt, Fotos machen. Da ich in diesem Markt keinen von den einschlägig bekannten Maschinen Ausmachen konnte, habe ich einen Angestellten gefragt. Der hat mich dann hinter den Markt gebracht wo tatsächlich ein Automat stand. Ich bedankte mich bei dem guten Herren. Dieser hatte allerdings das Bedürfnis mich noch durch das Menü zu klicken (ich hatte auf Englisch gestellt) und hat mir jeden Schritt noch mal erklärt, ich wurde ihn erst wieder los, als ich meine fertigen Fotos dem Automaten entnommen hatte. Naja lieber zu viel Hilfsbereitschaft als gar keine ;)
Dann habe ich noch mal meinen Campus besichtigt (Aobayama-Campus). Danach fuhr ich runter zum Kawauchi-Campus, der Campus wo der ganze Student-Exchange Kram abläuft. Jedenfalls haben hier die verschiedenen Clubs (Lacrosse, Football, Anime, Segeln, Badminton, Bogenschießen, Volleyball, Reiten, Rugby,...) der Uni um Anwerber gebuhlt. Die Studenten wurden quasi richtig belästigt. Alle außer mir. Ich scheinte die Clubs irgendwie zu verschrecken. Ich hab mich also hingesetzt und mir das Spektakel geschützt in meiner Ausländer-Barriere angesehen. Plötzlich tauchten zwei Gestalten auf, bei denen mein Schutz irgendwie zu verpuffen schien. Sie stellten sich als Südkoreaner heraus. Es fing ganz harmlos an, ob ich denn Fußball möge und so weiter und ob ich Cha Do Ri kenne (koreanischer Fussballer in der Bundesliga). Ich sagte ja klar. Dann kam die Frage ob ich Christ sei. Ich dachte mir, hmm die werden Buddhisten sein und interessieren sich dafür und sagte JA. Sehr verhängnisvoll wie sich herausstellte: Denn sogleich zogen sie einen Stapel Zettel hervor, ich solle doch am Sonntag zu ihrer Club-Party kommen. Der Party vom GOSPEL-CLUB!!! Ich dachte mir Mist, da haste ja mal so gar keine Lust drauf, Christ hin oder her, Leute durch ihren Glauben kennenzulernen halte ich für äußerst merkwürdig. Also versuchte ich sie abzuweisen: ich behauptete unter anderem ich wäre Sonntag beschäftigt, hätte meine Telefonnummer vergessen und noch kein japanisches Handy. Sie blieben trotzdem noch immer an mir dran, bis ich ihnen dann sagte das ich nicht der Richtige für ihre Party sei und erst mal sehen werde ob ich komme. (und ich glaube, dass sie glauben ich komme doch). Ich war noch nie so glücklich darüber, dass mein Handy NICHT geklingelt hat.
Auf den Schock bin ich erst mal abgehauen und hab mich in eine stillere Ecke des Campus zurückgezogen, wo ich Japanern beim Fussball zugesehen habe. Ich habe selten soviel gute Technik auf einem Platz gesehen.
Abends bin ich dann zurück ins Wohnheim um mich für mein Internet anzumelden. Auch mit der Absicht andere Neulinge kennenzulernen. Nur Koreaner, Chinesen und ...4 neue FRANZOSEN. Franzosen in allen Ehren, aber wenn man zu ihnen kommen will und dann die ganze Gruppe Englisch sprechen muss dann...na ja;) ich hab es dann doch geschafft mit zweien (Fabien, Pierre) ein Glas Pflaumenwein zu trinken.
Morgen habe ich mir vorgenommen noch mal nach Downtown zu gehen, da wo das Leben boomt.
Mata ne
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1 Kommentar:
fu trinkst mit Franzosen Pflaumenwein? Was ist nur mit dir passiert :\
Mh, wie gut kommst du eigentlich mit Japanisch zurecht? Reichts für mehr als ein paar Standardsätze oder musst du, wenn du z.B. nach der Wegrichtung oder kp was fragst, auf Englisch zurückgreifen?
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